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Holzzaun, Sichtschutz, Gartenzaun

Last updated on 24. Februar 2022

Holzzaun. Das erste was man sieht. Eingangsbereich. Visitenkarte. Aushängeschild. Der Holzzaun ist die Schleife an dem Geschenkpapier des Hauses. So exponiert und im Vordergrund und doch so vernachlässigt. Jeder Schreiner/Tischler rümpft die Nase, wenn es um den Holzzaunbau geht. In den Augen des Tischlers ist er es nicht Wert, von Meisterhänden geformt zu werden. Zu trivial sind die Lattenverschraubungen. In dem kleingeistigen Auge des Holzwurms ist lediglich die Kontur der Spitze der senkrecht montierten Latten, der Bereich, indem man gestalterisch tätig sein kann. Zu wenig. Der Holzverarbeiter möchte komplexen Objektbau, aufwendigen Küchenbau, maßgefertigte Nischenschränke mit Intarsienarbeit. Aber bitte keinen Holzzaun. Zeit sich dem Holzzaun zu widmen.

Was ist ein Holzzaun – welche Arten gibt es an Holzzäunen?

Im Prinzip ist der Gestaltung des Holzzauns keine Grenze gesetzt. Vor allem ist aber die zulässige Bauhöhe geregelt. Freie Wahl bzgl. der Gestaltung insofern es der Bebauungsplan hergibt. Bei der Recherche um den Holzzaun bin ich doch erstaunt wie viele Zaunarten der deutschsprachige Raum hervorbringt:

Gartenzaun / Vorgartenzaun – Arten

Gartenzaun/Vorgartenzaun: Wenn es um einen Holzzaun geht, sprechen wir zu ca. 80% von einem Gartenzaun. Er markiert des Deutschen Grenze zum Nachbarn, zur Straße oder sonst wohin. In Deutschland ist nichts typischer als der Gartenzaun. Die Zwerge sind gewichen. Der Zaun ist geblieben.

Lattenzaun: Nicht mehr alle Latten am Zaun. Die Mutter aller Zäune. Senkrechte Latten an Querriegeln.

Bretterzaun: Sammelbegriff. Nicht weiter spezifiziert.

Ranchzaun/Bonanzazaun/Westernzaun/Pferdezaun: Viele Bezeichnungen für ein möglichst hässliches Relikt der 80er Neubausiedlungen. Plump wurden zwei bis drei Brettreihen (unbesäumt und meist ungehobelt) horizontal und stirnseitig aneinander genagelt. Dunkelbraune Eisenbahnschwellenfarbe druff und fertig war die Einfriedung aus Holz. Die schönste Variante wahrscheinlich in den USA. Mit pferdehohen Einfriedungen oft weiß gestrichen. Hier sind es dann besäumte Bretter.

Palisadenzaun: Ursprünglich löste die Palisade gleichbedeutend das Bohlenwerk („Bollwerk“) ab. Gemeint im Zaunbau ist die runde oder halbrunde senkrechte Ausführung des Holzzaun im Bereich Gartenzaun.

Friesenzaun: Klassischer Holzzaun von hoher Anmut. Rahmenkonstruktion ein einschlagenden Hölzern. I. d. R. weiß lackiert. Oft oben mit Ornamenten verziert. Alternative Konstruktion ohne Rahmen, dafür mit geschwungener Linie. In jedem Fall ein aufwendiger Blickfang.

Senkrechtzaun: Meist als Lattenzaun, Palisadenzaun, halbrund als einfache Ausführung.

Naturzaun – Arten

Naturzaun: Überwiegend oder komplett naturbelassener Zaun. Z. B. Staketenzaun, Weidenzaun, Speltenzaun.

Speltenzaun: Der geflochtene Speltenzaun ist ein typischer Holzzaun. Er ist ein bäuerliches Kulturgut, eine Kombination aus Schönheit und Nützlichkeit zugleich, das die Landschaft Südtirols prägt. Er dient zur Eingrenzung von Bauerngärten, Weiden und Wiesen.

Bauernzaun/Staketenzau: I.d.R. mit Stahldraht verbundene Holzstäbe aus Kastanie, Robinie oder Haselnuss. Unterkategorie des Naturzauns.

Sichtschutzzaun – Arten

Sichtschutzzaun: Vor allem im hinteren Teil, privaten Teil des Gartens. Hier will man Ruhe. Im Vorgarten gabs noch was zu präsentieren. Im Garten ist damit Schluss. Meist an die 2m hoch, meist komplett blickdicht, modern als Rhombusvariante.

Rhombuszaun: Topmoderner Zaun mit Rhombusprofilen. Der Begriff Rhombus kommt von Raute (altgriechisch ῥόμβος rhómbos). meist aus sibirischer Lärche, die fast ausschließlich horizontal montiert werden. Schlichte Eleganz, konstruktiver Holzschutz durch die sich bildenden Tropfnasen.

Bohlenzaun: In der Ursprungsform werden meist unbesäumte Bretter vertikal an zwei bis drei Querriegeln, in zwei Ebenen im Versatz, blickdicht, befestigt.

Rankzaun: Meist sich diagonal kreuzende Ausführung, luftig können Clematis, Kletterrosen & Co. die Holzkonstruktion erobern.

Flechtzaun: Aktuell in der Baumarktvariante zu finden – siehe Lamellenzaun. In der ursprünglichen Form meist aus Weide oder Haselnuss gefertigt.

Lamellenzaun: Oft in Baummärkten zu finden. Leichte Konstruktion mit meist imprägnierten Bestandteilen. Wirken oft lumpig. Massenprodukt. Nichts für die Ewigkeit.

Massivzaun: Sammelbegriff für überwiegend aus Massivholz gefertigte Holzzäune. Diesen Zaun bekommt man eher im Fachhandel als im Baumarkt.

Rahmenzaun: In den Varianten: Flechtzaun, Friesenzaun, Lamellenzaun zu finden.

Dichtzaun: Blickdichter Zaun. Oft als Subvariante des Diagonal- und Lamellenzauns.

Weidenzaun: gehört zum Naturzaun. Aus Weide geflochtene Matten i. d. R. an einer Rahmenkonstruktion befestigt. Leicht lichtdurchlässige rotbraune Optik. Weiden wachsen vor allem dort wo Nässe vorhanden ist, demnach ist Weide sehr langlebig. Allerdings ist damit aufwendige Handarbeit von Nöten.

Sumpf-Heidematten: aus Sumpfkraut/Heidekraut hergestellte Matten, die überwiegend im Sichtschutz zum Einsatz kommen.

Ornamentzaun: Leider zu Baumarktsortiment verkommen. Verzierungen als Streifen im oberen Bereich sind hier obligatorisch. Haltbarkeit ist in Frage zu stellen.

Diagonalzaun: Meist in Form eines Dichzaunes mit diagonallaufenden Streben.

Jägerzaun/Scherenzaun: aussterbende Art des Holzzauns: Sehr weit verbreitet bis in die 90er Jahre. Gekreuzte halbrunde, spitz zulaufende Lattung meist dunkel imprägniert.

Gesetzliche / rechtliche Anforderungen zum Holzzaun

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) finden sich keine Regelungen zum Thema Einfriedung. Nach § 903 BGB gilt: „Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen.

Für Bayern ist die Einfriedung in der BayBO (Zweiter Teil, Artikel 6, (7), 3.) geregelt: „… und geschlossene Einfriedungen … mit einer Höhe bis zu 2 m.“

Bis zu dieser Höhe von 2m ist i.d.R. der Holzzaun auf Grenzbebauung genehmigungsfrei. Darüber hinaus gehende Höhen sind bei dem zuständigen Bauamt zu beantragen. Bitte prüfen Sie vorab die Bebauungspläne des zuständigen Bauamts. Oft hilft auch das direkte Gespräch mit den anliegenden Nachbarn. Der Zaunbauer kann zumindest über das Vorhaben informieren. Ideal wenn man sich gleich direkt austauscht und abstimmt.

Die Zaunhöhe wird von der natürlichen, gewachsenen Geländeoberfläche aus gemessen. Findet sich beispielsweise auf deinem Grundstück ein nachträglich hinzugefügter Graben oder eine künstlich angelegte Aufschüttung, werden diese nicht als Maßstab herangezogen, sondern die ursprüngliche Geländeoberfläche.

Welche Holzarten kommen für den Holzzaun in Frage?

Sibirische Lärche: Die sibirische Lärche (larix sibrica) ist vor allem in Russland, dort insbesondere im westlichen und südlichen Sibirien zuhause. Durch die klimatischen Bedingungen ist das harte Spätholz des Winters stark ausgeprägt. Eine dichtere Struktur der Jahrringe führt zu einer höheren Festigkeit des Holzes. Hingegen ist das weiche Splitholz durch die kurzen und Sommermontate eher schwach ausgebildet. Hierdurch ergibt sich die postive Eigenschaft der Resistenz gegenüber Fäulnis. Dauerhaftigkeitsklasse: 3. Damit 1. Wahl für den Holzzaun auch wegen der Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit.

Lärche/Kiefer: Der relativ hohe Harzgehalt ist ideal für den Holzbau geeignet. Das Harz in der Lärche „konserviert“ den Holzzaun. Nachteil sind Harzgallen, die im Sommer gerne auslaufen und „Nasen“ verursachen. Dauerhaftigkeitsklasse: 3-4.

Fichte unbehandelt: eher ungeeignet. Dauerhaftigkeitsklasse: 4

Fichte kesseldruckimprägniert: geeignet für den Holzzaun. Leicht zu erkennen an der grünen Farbe. Dauerhaftigkeitsklasse: 3-4

Douglasie: leicht rötlich in der Farbe ist das Holz ähnlich wie Lärche und Kiefer zu verwenden. Die Douglasie ist spröde und neigt zur Splitterbildung. Dauerhaftigkeitsklasse: 3-4

Erläuterung Dauerhaftigkeitsklasse: 1: Sehr dauerhaft, 5: nicht dauerhaft

Konstruktiver Holzschutz beim Holzzaun

Im feuchten Holz finden zerstörende Pilze, Bakterien und Insekten ideale Lebensbedingungen vor. Deshalb gilt es beim konstruktiven Holzschutz Details zu achten, welche die Lebensdauer des Holzzauns wesentlich verlängern. Vielmehr

  • Ein exponierter, luftdurchströmter Standort fördert den konstruktiven Holzschutz des Holzzauns.
  • Staunässe oder Kondenswasserbildung ist entgegenzuwirken.
  • Organik, Büsche, Bäume sollten bzgl. direktem Kontakt oder Abschattung entfernt werden.
  • Zwischen den Verbindungspunkten der Konstruktion darf sich kein Wasser ansammeln können. D.h. Verschraubungen müssen gewährleisten, dass die Holzflächen plan und fest verbunden sind. Sonst kommt es hier zu Kondenswasserbildung oder sogar Staunässe
  • Direkter Stirnholz- an Stirnholzkontakt vermeiden. Vor allem bei den empfindlichen Querriegeln 5mm Luft zwischen den Hölzern lassen.
  • Niemals darf das Hirnholz (axial) geschraubt werden. Immer radial oder tangential verschrauben.
  • Direkter Kontakt von Holz zu Boden, Rasen oder Beton setzt seine Haltbarkeit stark herab.
  • Beim Doppel-H-Anker und dem Hirnholz ist auf Distanz zu achten.
  • Als Schutz gegen Spritzwasser sollte der Abstand zwischen Holzlatten und Boden bei Zäunen mindestens 5 cm betragen.
  • Holzauswahl: Hartes, engporiges Kernholz ist immer witterungsbeständiger als das weichere Splintholz.
  • Glattgehobelt bietet beste Eigenschaften für das Ablaufen von Wasser. Sägerau ist hingegen eher nachteilig.
  • Die offenporige Querschnittsfläche des Holzes („Hirnholz“) saugt Wasser wie ein Schwamm auf. Die Kapillarwirkung zieht das Wasser ins Holz. Von Überbauungen rate ich ab, da Kondenswasserbildung eher kontrproduktiv wirkt. Vor allem bei den Pfosten leisten abgeschrägte bzw. dachförmige Kanten gute Dienste.
  • Querhölzer (Querriegel) eines Zaunes, einer Sichtschutzwand oder eines Rankgerüstes für die Wand, an denen Latten befestigt werden, sollten an ihrer Oberseite in einem Winkel von mind. 15° nach außen (weg von der Wand, von den Latten) abgeschrägt werden, damit Wasser rasch abrinnen kann. Eine Tropfnase in Form einer Nut an der Unterseite des Querriegels ist förderlich.
  • Achtung im Schatten: Holz trocknet langsamer ab. Im tiefen Schatten sind andere Lösungen (etwa Metall) eventuell vorzuziehen.

Tipp: Gerne mal einen 40 Jahre alten Holzzaun begutachten. Fühlen, drücken, schauen. Wo sind die Schwachstellen? Wo wird Abschattung und fehlende Zirkulation. Macht sich mangelndes Vorholz bei den Querriegeln bemerkbar?

Chemischer Holzzschutz

Naturbelassener oder behandelter Holzzaun? Farbe oder Ausgrauung? Natürlich oder chemisch? Geht es um den chemischen Holzschutz bei Holzzaun scheiden sich die Geister. Was wäre ein Friesenzaun ohne weiße Farbe? Wenn man zur Chemie greift sollte man aber ein paar Dinge beachten.

Für mich das wichtigste: Filmbildende (geschlossen glänzende) bitte Anstriche vermeiden! Besser auf nichtfilmbildende (diffusionsoffene/“offenporig“ matte) Oberflächenbehandlung setzen. Theoretisch macht es schon Sinn, dass das Holz komplett versiegelt wird. Vermeintlich unangreifbar für Feuchtigkeit und Nässe. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Wind, Wetter, UV & Co. setzten der mikrometerdünnen Schutzschicht zu. Nach nur wenigen Wochen/Monaten kommt es folglich zur Rissbildung. Dahin ist es mit dem chemischen Holzschutz. Ab hier beginnt der Anfang vom Ende. Mit den haarfeinen Rissen gelangt Feuchtigkeit zwischen Holz und der Sperrschicht. Die Nässe kann rein aber nicht mehr raus. Eine Luftzirkulation ist hier nicht möglich. Kohäsion/Adhäsion halten die Feuchtigkeit wo es ist. Sehr oft sieht man bei exponierten Stellen solch behandelter Flächen diese von innen heraus faulend. Die Oberfläche ist oftmals noch intakt, während das Holz schon bröckelt. Das willst Du nicht.

„Wenn man streicht, muss man immer streichen“. So laute eine altbekannte Weisheit. Aus meiner Sicht völlig zutreffen. Lasur/Lack/Farbe gehen irgendwann. Ab hier wird es unschön und es gilt nachzupinseln. Keine schöne Arbeit wie ich finde. Deswege lasse ich i.d.R. die Finger vom chemischen Holzschutz. Die Holzzäune sind bei mit naturbelassen. Zwar ist der Übergang ins komplette ausgegraute unschön, allerdings gibt es hier mit der Vergrauungslasur eine Lösung.

Vergrauungslasur von Keim – ohne Schutz jedoch mit Farbe

KEIM Lignosil-Verano ist eine silikatische Vergrauungslasur für begrenzt maßhaltige und nicht maßhaltige Holzbauteile im Außenbereich. Die Behandlung simuliert eine vergraute, patinierte Oberfläche, wie sie durch eine mehrjährige Bewitterung auf Naturholz entsteht. Sie unterliegt einer natürlichen Alterung und gleicht so die optischen Unterschiede an, die durch ungleichmäßige Bewitterung von exponierten und geschützten Flächen bei unbeschichtetem Holz entstehen können.

Installation und Konstruktion eines Holzzauns

Pfostenträger

Abgesehen vom Naturzaun, bei dem der Pfosten mit unter direkten Erd-/Bodenkontakt hat, ist der konventionelle Holzzaun i.d.R. an eine Pfostenkonstruktion gebunden. D.h. der Holzpfosten muss verankert werden. Hier bieten sich die im Handel beziehbaren Pfostenanker, H-Anker, Pfostenschuhe, Pfostenträger, Pfostenhalter o. ä. an. Die meist aus verzinktem Metall oder aus Edelstahl gefertigten Elemente sind für den Holzzaubau unerlässlich. Sie gewähren den notwendigen Abstand von Boden und dem sensiblen Hirnholzbereich – siehe konstruktiver Holzschutz. Zudem bieten die Träger den notwendigen Halt bzw. Stabilität. Im wesentlichen gibt es zwei Arten der Befestigung: 1. zum einbetonieren 2. zum aufdübeln. Wenn ich die Wahl habe würde ich immer die zum einbetonieren verwenden. Auf einen Holzzaun, insbesondere beim Sichtschutzzaun ist die Windlast enorm. Die Hebelwirkung ist stark und hiergegen muss vorgebeugt werden.

Punktfundament mit Gartenbeton

Frostsicher (ca. 60cm tief) wird ein Punktfundament mit Gartenbeton aus dem Baumarkt erstellt. Ich greife hier i. d. R. auf eine schnell aushärtende (Fix-) Variante zurück. Der Vorteil: Hier muss nicht erst seperat der Beton gemischt werden. Das spart Zeit und Kraft. Hier wird ein wenig Beton ins Erdbohrloch gegeben und mit der gleichen Menge an Wasser aufgefüllt. Kurz mit einer Latte etwas verdichtet und den Vorgang bis zu drei mal wiederholen. Am Ende muss sich der Beton etwas mehr als erdfeucht anfühlen.

Das Fundament sollte bei einem 9x9cm Pfosten und entsprechendem Träger rund 25cm im Durchmesser betragen. Dies gilt vor allem wenn man einen Sichtschutzzaun errichtet. Bei 80cm hohen Gartenzäunen reichen sicher 20cm im Durchmesser. Auf die Ausrichtung in Lot/Waage ist zu achten. Ebenso in der „Flucht“. Ein „Versatz“ würde sich spätestens bei der Installation der Querriegel negativ bemerkbar machen. Bitte achte darauf, dass der Pfostenträger nicht zu tief im Beton sitzt. Bedenke, dass der Pfosten noch Luft zum Boden haben muss und ausreichend Vorholz (Abstand zwischen Hirnholzkante und Schraube) vorhanden ist. Solltest Du Probleme bei der Errichtung Deines Holzzaunes haben kannst Du gerne für die Errichtung einen Holzzaun-Profi kontaktieren.

Aufgebübelte Variante des Pfostenhalters

Sollte bereits eine Mauer, ein Streifenfundament o. ä. vorhanden sein, kann man auf die aufgeübelte Variante zurück greifen. An der Stelle sollte man auf konvetionelle Kunststoffdübel verichten und mindestens auf 10mm Schwerlastdübel verwenden. Die Stabilität ist dadurch gesteigert.

Montage der Holzpfosten für den Holzzaun

Reihen sich im Garten die Träger in Reih- und Glied können die Pfosten gesetzt bzw. montiert werden. Sägerau oder geschliffen sollten diese nicht sein. Besser sind geholbelte – siehe Konstruktiver Holzschutz beim Holzzaun. Ideal, wenn unten das Wasser über eine Tropfnase mit 15 Grad Abschrägung abrinnen kann. Wichtig ist jetzt bei der Befestigung, dass keine Holzschrauben verwendet werden. Besser sind gekonterte Schlossschrauben mit Beilochscheibe und Mutter. Bitte darauf achten, dass die Schraube in den vorgebohrten Löchern des Pfostenhalters kein Spiel hat. Wenn für M10 vorgebohrt wurde, ist M10 zu verwenden. Form- und Kraftschlüssigkeit ist hier vollstens auszuschöpfen. Denn der Holzzaunbauer will evtl. einen 2m hohen blick- und somit auch winddichten Sichtschutz haben. Bei der Montage besteht die letzte Möglichkeit im Lot auszurichten. Weswegen ich rate eine Zwinge zur Hand zu haben. Somit kann man in Ruhe die Position des Pfostens überprüfen und Korrekturen vornehmen.

Optik: Holzzaun: rund, schmal, breit, quer, senkrecht, diagonal – man muss sich entscheiden.

Ab jetzt muss man sich entscheiden, ob man vorschlagend oder einschlagend seinen Holzzaun bauen will. Querlattung oder Längslattung oder Diagonal? Sollen es breite Latten oder filigrane Leisten sein. Vielleicht Rhombus? Im Prinzip geht es ab hier um die Optik und die Einbettung in die Umgebung. Ähnlich wie es die Architekten tun, sollte man das räumliche Umfeld betrachten. Ich sage immer: „Man muss seinem Stil treu bleiben“. So oft habe ich alte 70er Jahresiedlungen gesehen, die an Ihrem Haus moderne Grantitstelen mit Glas und Edelstahl errichtet haben – vielleicht wäre ein Naturzaun oder eine klassischere Variante hier besser gewesen. Andersrum wird in Neubausiedlung in weiß-grauer Tristesse Bauernzäune hingestellt. Auch das passt nicht – Stilbruch!

Konstruktion des Holzzauns

Hat man sich für eine Form entschieden, geht es an die Umsetzung. Es gibt m. M. n. drei Ausführungen.

Vorschlagend (Halterung vor die Pfosten): Erste/einfachste Methode für den Holzzaun. Die Pfosten verschwinden, da die Querriegel vor den Pfosten geschraubt werden. Einfache Konstruktion. Wirkt etwas plump, da keine Auflockerung durch Pfosten vorhanden ist.

Vorschlagend (Halterung hinter die Pfosten): Pfosten „treten deutlich aus dem Zaun heraus“. Aufwendige Konstruktion. Bei Längslattung ist der Latten- bzw. Fugenabstand zu er-/vermitteln, damit keine „halben Latten“ verschraubt werden müssen.

Einschlagend (Halterung zwischen die Pfosten): Hiermit ist ein flächenbündiges Ergbnis von Pfosten und Zaunfläche möglich. Wirkt optisch filigran und ausgewogen. Es entsteht eine Schattenfuge bei Querlattung. Aufwendige Konstruktion. Bei Längslattung ist der Latten- bzw. Fugenabstand zu er-/vermitteln, damit keine „halben Latten“ verschraubt werden müssen. Meine Wahl – ganz klar.

Korrekte Anzahl an Latten um Halblatten zu vermeiden

Wählt man sein Zaunfeld zwischen den Pfosten aus, ergibt sich irgendwann die Frage: Wie viele Latten, mit welchem Abstand zwischen den Latten benötige ich, um keine Halblatten installieren zu müssen? Es muss „genau aufgehen“ – das ist das Ziel. Die Pfosten sind gesetzt. Damit hat man das „lichte“ Fixmaß zwischen den Pfosten. Das nächste Fixmaß steht um die einheitliche Lattenbreite ebenso fest. Die letzte Konstante soll der einheitliche Fugenabstand der Latten zueinander sein. Hierzu hab ich mir eine kleine Tabelle erstellt, mit der man die benötigten Infos einfach ablesen kann: Tabelle zum Holzzaun. Die Tabelle sollte selbsterklärend sein und kann beliebig erweitert werden.

Schrauben

Möglichst nur rostfreie V2A / V4A – Schrauen verwenden. 5mm Linsenkopfschrauben oder besser noch Zylinderkopfschrauben aus dem Terrassenbau mit Bohrspitze eignen sich hervorragend, da nicht vorgebohrt werden muss.

Windlast – Sturmanker

Schau Dir deine Umgebung an. Gibt es enge Bebauung um den Zaun oder ist es eher offen? Ist der Zaun exponiert an einer erhöhen Stelle oder eher in einer Senke? Ist der Zaun quer zur Wetterseite (also Nord-Süd) augebaut worden oder eher längs zum Wind (West-Ost)? Hast Du einen hohen, blickdichten Holzzaun errichtet sind Sturmanker Pflicht. Sturmanker sind i. d. R. Metallstäbe, die an einem Gelenk verbunden sind. Den einen Teil schlägt man in den Boden ein. Den zweiten Teil schraubt man Schräg am Holzzaun. Es gibt auch einteilige Sicherungen, die verschraubt werden müssen. Die Bodenankerung stabilisiert den Zaun. Mind. jeder zweite Pfosten sollte gesichert sein. Vor allem die Enden des Holzzauns sind gefährdet.

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